In vergangenen, wirtschaftlichen guten Zeiten boten viele Banken ihren bauwilligen Kunden noch eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapitaleinsatz an. Dies hat sich im Verlauf der Krise jedoch geändert.
Der Wettbewerb um Baufinanzierungsverträge wurde zwischen den Banken angesichts einer rückläufiger Nachfrage in den letzten Jahren immer stärker ausgetragen. Die Konditionen und Voraussetzungen wurden solange gelockert, bis es sogar Kreditangebote gab, die einen Bau ohne jegliches Eigenkapital ermöglichten. Jedoch ist die Anzahl dieser Angebote seit Beginn der Krise in Deutschland wieder deutlich zurückgegangen. Die Banken legen wieder verstärkt Wert auf eine finanzielle Vertrauenswürdigkeit der Kunden, um das eigene Risiko in den unübersichtlichen Zeiten der Krise niedrig zu halten.
Die 20-Prozent-Hürde
Vor allem jungen Menschen, die den Traum vom eigenen Haus hegen, wird dessen Verwirklichung derzeit schwer gemacht. Im Durchschnitt verlangen die Baufinanzierer wieder eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent – bei einem Baukredit in Höhe von 200.000 Euro muss der Kreditnehmer also beispielsweise ein Eigenkapital von durchschnittlich 40.000 Euro aufweisen. Im Gegensatz zu älteren Menschen, die eine entsprechende Sparrücklage oft noch aufweisen können, wird so jungen Bauherren der Weg zum Eigenheim auf kurze Sicht in vielen Fällen verbaut. Jedoch mindert dieser Sachverhalt auf der anderen Seite auch das Risiko für die Kreditnehmer, aufgrund einer unzureichenden Bonitätsprüfung die eigene Finanzstärke falsch einzuschätzen und in eine Schuldenfalle zu geraten.
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