Viele Menschen zieht es mit zunehmendem Alter hin zum Eigenheim, das heißt meist auch: in die Vorstadt oder aufs Land. Es muss aber auch nicht immer das Haus im Grünen sein – eine Wohnung tut es auch. Und in der Stadt gibt es auch schöne Orte.
Eigentumswohnung Köln – klingt das nicht traumhaft? Klar, die Antwort hierauf kann vielfältig ausfallen. Zwar gibt es auf diese Frage nicht unbedingt so viele Antworten wie Menschen auf der Welt, aber immerhin schon viele Faktoren, von denen sie abhängig ist – also auch viele Kombinationen. Mag man Köln (ja/nein/egal), möchte man eine Eigentumswohnung haben (ja/nein/egal), hat man das genügende Kleingeld in irgendeiner Weise verfügbar (ja/nein), hat man Träume (ja/nein)…es wären auch noch andere Faktoren möglich; diese ermöglichen schon drei Dutzend verschiedene Antworten.
Warum Spießer?
Wenn an dieser Stelle eingangs, bzw. in der Überschrift, behauptet wird, das Eigenheim sei der Traum eines Spießers, so sollte dies vermutlich begründet werden. Natürlich ist es nicht in jedem falle als spießig einzustufen, eine Wohnung zu erwerben. Wenn zum Beispiel ein Rockstar oder eine Schauspielerin eine Stadtwohnung in Paris erwirbt, so wird das kaum jemand als spießig einstufen. Vielleicht ist Paris auch ein schlechtes Beispiel, denn wer assoziiert Paris schon mit dem spießigen Mief der Bürgerlichkeit?
Die Stadt der Liebe hat natürlich kräftig an ihrem Image gearbeitet – und die Geschichte für sie. Noch immer gilt die ausnehmend schöne Stadt an der Seine als Hort der Bohème und des Künstlertums und steht damit im krassen Gegensatz zur Bürgerlichkeit. Zumindest vom Image her. Und wer denkt, wenn er an Franzosen denkt, schon an etwas so Langweiliges und unglamouröses wie einen deutschen Kleinbürger? Aber trotzdem: die eigene Wohnung ist meist etwas Spießiges, keine Frage.
Klar, kauft ein internationaler Filmstar eine Stadtwohnung in Köln, würde man sich vor Ort geehrt fühlen, dass ein wenig Grandezza in die Stadt kommt, nur: die meisten, die mit einer Wohnung in Köln liebäugeln, sind weder Rockstars noch Filmgrößen, sondern Normalsterbliche, die sich mit Problemen wie dem Wohnungseigentumsgesetz herumschlagen müssen. Und wer über seine sauer verdienten Kröten, bzw. deren Anlage nachdenken muss und sich dann für die Eigentumswohnung entscheidet, die ihn auf Jahre in Schulden stürzt, um für das Alter oder die Kinder vorzusorgen, setzt bürgerliche Prioritäten – und das ist gleichbedeutend mit spießig. Nicht mehr, nicht weniger. Bei den Erben sieht das dann vielleicht schon ganz anders aus, können sich diese doch einen viel weniger bürgerlichen Lebensstil leisten, da sie nicht auf ihre Mietkosten oder Kreditschulden achtgeben müssen.
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